{"id":21,"date":"2017-09-11T18:52:05","date_gmt":"2017-09-11T18:52:05","guid":{"rendered":"http:\/\/rag-festunggrauerort.de\/?page_id=21"},"modified":"2017-09-11T18:52:05","modified_gmt":"2017-09-11T18:52:05","slug":"ueber-die-festung-grauerort","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rag-stadezurkaiserzeit.de\/?page_id=21","title":{"rendered":"\u00dcber die Festung Grauerort"},"content":{"rendered":"<p>Artilleriefort GRAUERORT<br \/>\nin Abbenfleth bei Stade einst und jetzt<\/p>\n<p>Aufgabe des Forts, als 2. Linie der Festung CUXHAVEN, war es, die Unterelberegion und den Hafen Hamburgs vor feindlichen Angriffen von See her zu sch\u00fctzen. Hierzu waren f\u00fcr die 10 Gesch\u00fctzstellungen vier 28 cm Ringkanonen in Vorderpilotlafetten n\/C und sechs 21 cm Ringkanonen in K\u00fcstenlafette C 79 vorgesehen. Zur Armierung wurden dann aber, um die Einheitlichkeit der Munitionsversorgung zu gew\u00e4hrleisten, mit hoher Wahrscheinlichkeit nur die 21 cm Ringkanonen genutzt. Mit diesen konnte das Fahrwasser mit der Schiffsperre zwischen dem Fort und der Elbinsel PAGENSAND exzellent \u00fcberwacht und gesch\u00fctzt werden. Die Eigenverteidigung im Krieg w\u00e4ren von 1 Komp. Infanterie, \u00bd Komp. Festungspioniere und \u00bc Esk. Kavallerie neben den 1 \u00bd Komp. Fu\u00dfartilleristen durchgef\u00fchrt worden. Gleichzeitig waren f\u00fcr die Nahverteidigung 8 cm Vorderlader in Festungslafette vorgesehen.<\/p>\n<p>Die kurze Geschichte beginnt mit der Forderung des preu\u00df. Kriegsministeriums:&#8230; und einer Batterie bei GRAUERORT&#8230; aus dem Jahr 1868. Die Streichung aus der Liste der aktiven Festungen kam schon 1895, denn die Waffentechnik hatte die Position des Artillerieforts \u00fcberfl\u00fcssig gemacht. Die Geldmittel wurden 1869 bewilligt und der Bau begann unter der Leitung des Festungsbauoffiziers Hptm. Labes.<br \/>\nIm Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieges 1870\/71 waren die elbw\u00e4rtigen Erdwerke soweit hergestellt, dass die Anlage mit acht 25 cm Vorderladergesch\u00fctzen ausger\u00fcstet, voll einsatzf\u00e4hig war. Bis 1879 wurde die Anlage unter Verbau von circa 2,5 Millionen Ziegelsteinen und hunderter Zentnern Zement durch den Generalunternehmer Hagenah-Borcholte fertiggestellt. Beton wurde nicht verwendet, da dieser erst ab 1885 verwendet wurde. Zu diesem Zeitpunkt besteht die Armierung des Forts aus 10 St\u00fcck 21 cm Kanonen, 4 St\u00fcck 12 cm Kanonen auf hoher Festungslafette und 6 St\u00fcck 9 cm Kanonen in Kasematlafetten. Vom Typ her ist das Hochwallfort eine \u201eNeupreu\u00dfische Fortification\u201c.<\/p>\n<p>Das Hexagon, der sechseckige Grundriss, wird von Erdw\u00e4llen gebildet. Die beiden elbseitigen W\u00e4lle sind kasemattiert und haben am Fu\u00df eine Carnot\u00b4sche Mauer hinter der der Rondengang verl\u00e4uft. Das Tor mit einem Wachgeb\u00e4ude vor dem nassen Graben liegt in der Kehle (S\u00fcdfront). Gesichert wird durch eine Grabenwehr (kleiner Kehlgangsbunker). Die Escarpen und W\u00e4lle werden durch 2 Gewehrkaponieren flankiert. Hier konnten bis zu drei 9 cm Gesch\u00fctze gegen Infanteriefeinde zur Sturmabwehr stationiert werden. Zu diesem Zeitpunkt waren die zehn Gesch\u00fctzst\u00e4nde (4 m m\u00e4chtige Ziegelgew\u00f6lbe) mit 21 cm Hinterlader-R\u00fccklaufgesch\u00fctze best\u00fcckt. F\u00fcr die Bereitschaftsmunition (Z\u00fcnder, Geschoss und Treibladung) war pro Stellung eine W\u00fcrfeltraverse mit Munitions-Aufzug f\u00fcr je zwei vorhanden.<br \/>\nDas Fort war an keinen Kampfhandlungen beteiligt. Am 1. April des Jahre 1888 wurde die Festung Cuxhaven an die Marine \u00fcbergeben, der Grauerort blieb preu\u00dfisch (AKO 10.11.87). Nach der Streichung 1895 aus der Liste der Festungen wurde es weiterhin vom III. Btl. Inf. Rgt 75 (Garnison Stade) bewacht.<\/p>\n<p>Das Fort wurde ab 23.02.1899 offengelassen. Ab 1914 \u00a0wurde das Festungsgel\u00e4nde wieder abgeriegelt und zu einem provisorischen Seeminendepot mit dieselbetriebenen Stromerzeugern umgebaut. Nach der Explosion des Hauptdepots \u00a0in Cuxhaven am 11.07.1922 wurde GRAUERORT bef\u00f6rdert, dadurch wurde 1926 eine 200 m lange Verladebr\u00fccke mit Gleisanschluss in die Elbe hinaus gebaut, damit bis Ende des zweiten Weltkrieges die Seeminen verladen werden konnten. Einen Luftangriff auf den GRAUENORT gab es im 2 WK nicht. Ab 1958 bis 1985 wurden durch eine Hamburger Delaborierungsfirma Munition und Gesch\u00fctze zerlegt.<\/p>\n<p>Am 02.12.1997 wurde der F\u00f6rderverein Grauerort gegr\u00fcndet, um dieses einzige in der Urform noch erhaltene Artilleriefort der deutschen K\u00fcstenverteidigung weiterhin zu bewahren. Seit 2003 wird diese Arbeit durch die Reservistenarbeitsgemeinschaft Festung Grauerort in den Uniformen der 9.Kompanie, III. Bataillon, Infanterie Regiment 75 unterst\u00fctzt. Um die geschichtliche Einbindung des GRAUENORT sicherzustellen, wird am 1. Maiwochenende jeden Jahres eine \u201eFortifications\u00fcbung\u201c in historischen Uniformen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>erstellt von J. Peldszus<\/p>\n<p>weitere Informationen \u00fcber die Festung finden Sie auch beim F\u00f6rderverein der Festung <a href=\"http:\/\/www.festung-grauerort.de\">www.festung-grauerort.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artilleriefort GRAUERORT in Abbenfleth bei Stade einst und jetzt Aufgabe des Forts, als 2. Linie der Festung CUXHAVEN, war es, die Unterelberegion und den Hafen Hamburgs vor feindlichen Angriffen von See her zu sch\u00fctzen. 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